Hast du dich schon einmal gefragt, warum sich bestimmte Verhaltensmuster in deiner Familie immer wieder wiederholen? Und wo tun sie das vielleicht auch bei dir? Spürst du, dass alte Glaubenssätze oder wiederkehrende Konflikte auch dein Leben beeinflussen? Und tun sie das auf eine so subtile Weise, dass du es oft gar nicht bewusst wahrnimmst?
Ich nehme dich mit auf eine Entdeckungsreise, bei der wir gemeinsam erforschen, was transgenerationale Muster sind, wie sie dein Leben prägen und wie du sie erkennen und transformieren kannst. Lass uns den Blick in deine Familiengeschichte wagen und die verborgenen Fäden entwirren, die dich formen.
Was sind transgenerationale Muster?
Familiäre Muster beschreiben die unsichtbaren, aber dennoch kraftvollen Verhaltensweisen, Glaubenssätze und emotionalen Dynamiken, innerhalb deiner Familie. Transgenerational bedeutet, dass sie von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. Es sind Geschichten, Erfahrungen und oft auch ungelöste Konflikte, die sich in kleinen Gesten, Worten und Handlungen manifestieren. Du kannst sie als stille Erben verstehen, die – ob bewusst oder unbewusst – deinen Blick auf dich selbst und deine Welt beeinflussen.
Manchmal sind es die wiederkehrenden Themen in den Erzählungen deiner Großeltern, Eltern oder anderer nahestehender Menschen. Doch genauso oft werden diese Muster nicht offen thematisiert, sondern leben still in der Familie fort.
Ein Muster unserer Familie habe ich erst im Zuge der Ahnenforschung entdeckt: In unserer Familie „verschwanden“ immer wieder Menschen aus dem familiären Gedächtnis, die im Jugendalter verstorben sind. Und das in beiden Linie – in der Vater-Familie und in der Mutterfamilie sogar bei beiden Großeltern. Wie kann man beispielsweise nicht über eine große Schwester sprechen, die 21jährig an Tuberkulose stirbt? Warum wussten wir nichts von ihrer Existenz?
In der Genogrammarbeit geht es nicht darum, Schuldige zu suchen oder vergangene Fehler aufzuwühlen, sondern darum, zu verstehen, welche alten Muster dir im Weg stehen und wie du sie in deinem eigenen Leben bewusst verändern kannst.

Wie prägen transgenerationale Muster dein Leben?
Stell dir vor, deine Familiengeschichte wäre ein riesiges, unsichtbares Netz, in dem jede Generation ihre eigene Faser hinterlassen hat. Diese Fasern können dir Halt und Sicherheit geben, aber sie können auch einschränken – besonders, wenn alte Verletzungen, festgefahrene Rollenbilder oder negative Glaubenssätze immer wieder unbewusst in dein Leben eingreifen. Vielleicht fühlst du dich in bestimmten Situationen gefangen, ohne zu wissen, woher diese Impulse kommen.
Du könntest zum Beispiel immer wieder den Eindruck haben, dass du nicht genug bist oder dass du Leistungen erbringen und die Erwartungen deiner Familie erfüllen musst, um geliebt zu werden. Oder vielleicht erlebst du immer wieder Konflikte, die sich kaum erklären lassen.
Meine Familiengeschichte trägt dazu bei, dass ich immer das Gefühl habe, die Familie zusammenhalten zu müssen. Dann ist mein Harmoniebedürfnis auf einer Skala von 1 bis 10 ungefähr bei 12. Und vielleicht ist auch mein Grundberuf, Krankenschwester, vor vielen Jahren aus dem Wunsch heraus entstanden, eine Wiederholung solcher Geschehnisse zu vermeiden.
Genau hier spielen transgenerationale Muster eine Rolle: Sie sind wie ein alter, unsichtbarer Filter, der deine Wahrnehmung färbt und dich manchmal davon abhält, dein volles Potenzial zu entfalten.
Gleichzeitig sind diese Prägungen auch die Grundlage für die Treueverträge, die Menschen in der Kindheit unbewusst mit ihren Eltern abschließen und die lebenslang wirken.
Wenn du dich fragst, ob auch in deiner Familie bestimmte Muster wiederkehrend sind, lohnt sich ein Blick in dein eigenes Erleben. Welche Verhaltensweisen scheinen sich immer wieder zu zeigen? Welche Glaubenssätze begrenzen dich in deiner Entwicklung?
Der Weg der Selbsterkenntnis
Der erste Schritt, um transgenerationale Muster zu durchbrechen, beginnt mit der Selbsterkenntnis. Es heißt, sich selbst in den Blick zu nehmen und ehrlich zu fragen: „Woher kommen diese Muster, die mich blockieren?“ Hier beginnt die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte. Nimm dir Zeit, alte Fotos, Briefe oder Erinnerungen anzuschauen. Sprich mit älteren Familienmitgliedern, höre ihren Geschichten zu und sei offen für das, was du erfährst.
Dieser Prozess der Selbsterkenntnis kann sehr emotional sein, wenn du entdeckst, dass auch du einmal Opfer von Mustern geworden bist, die du nicht selbst gewählt hast. Doch gerade in dieser Erkenntnis liegt deine Chance: Indem du die Wurzeln deiner Prägungen verstehst, kannst du dich von ihnen lösen. Es ist, als würdest du einen alten, abgenutzten Teppich ausrollen, um darunter den frischen, unberührten Boden zu entdecken – deinen eigenen, authentischen Kern.
Bei mir hat die Arbeit mit der Methode der beruflichen Perlenschnur, eine Methode der Biografiearbeit, die auch im Generation-Code genutzt wird, mehr Verständnis für meine Bedürfnisse gebracht. Mit dem Erfolg, dass ich lerne, mutiger hinzusehen, wenn sich alte Muster heute in unserer Familie neu starten.
An dieser Stelle braucht der Prozess viel Mitgefühl und Geduld. Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu bewerten oder zu verurteilen, sondern darum, zu lernen, was sie dir zu sagen hat. In all den schwierigen Erfahrungen liegen auch wertvolle Lektionen verborgen. Mit jedem Schritt auf diesem Weg kommst du deinem wahren Selbst näher.
Zwischen Erbe und Freiheit
Die Muster, die über Generationen in deiner Familie entstanden sind, hatten zur Zeit ihrer Entstehung ihren Sinn und ihre Berechtigung. Sie haben deinen Vorfahren Schutz und Orientierung gegeben – genau in den Momenten, als deine Familie sie zum Überleben brauchte.
Und dann werden diese Muster weitergegeben, über drei, vier oder noch mehr Generationen. Manchmal werden sie schwächer oder wandeln sich – aber genauso schnell scheinen sie sich in bestimmten Situationen auch wieder selbst zu aktivieren.
1917/1918 waren die Jahre in denen ich einen Großonkel (17) und zwei Großtanten (9 und 21 Jahre alt) verloren habe. Ich sehe heute den Schmerz meiner Großmütter, die damals selbst noch Kinder waren. In beiden Familien waren die Väter zu jenem Zeitpunkt im Krieg. Wie mag es ihnen bei der Heimkehr ergangen sein? Ich merke, wei heilsam es ist, ihre Namen (Milda, Nikolaus, Emmi) zurückzuholen und soweit möglich, ihre Geschichte zu rekonstruieren.
Durch die aktive Auseinandersetzung mit deiner Familiengeschichte hast du die Freiheit, zu entscheiden, was du von diesem familiären Erbe noch bewahren möchtest und was nicht mehr zu dir und deinem Leben passt. Es liegt an dir, die alten Fäden, die dich mit den Überlebensstrategien deiner Ahnen verbinden, behutsam zu lösen und bewusst auszuwählen: Welche dieser überlieferten Muster geben dir weiterhin Halt und welche darfst du loslassen, weil sie dir in der heutigen Zeit nicht mehr dienen.

Abbildung: Spiel „Starke Wurzeln“ Glückspiele-Verlag
Transformation: Erlaubnis – Erkenntnis – Entwicklung
Du musst nicht in den alten Mustern gefangen bleiben! Biografische Arbeit und transgenerationales Coaching bieten dir wertvolle Werkzeuge, um alte Muster zu erkennen und neu zu ordnen.
In unserer Zusammenarbeit betrachten wie deine Familiengeschichte als einen lebendigen Raum – einen Raum der Erlaubnis, der Erkenntnis und der Entwicklung.
Im Raum der Erlaubnis kannst du dir selbst vergeben und den Mut aufbringen, alte Geschichten hinter dir zu lassen. Im Raum der Erkenntnis lernst du, die Zusammenhänge zu verstehen und du erkennst, welche Muster dich heute noch beeinflussen. Und im Raum der Entwicklung entfaltest du deine eigene Kraft, um neue, befreiende Wege zu gehen.
Dabei geht es nicht darum, deine familiären Wurzeln zu verleugnen oder den Schmerz der Vergangenheit zu verdrängen. Vielmehr öffnest du dich für die Möglichkeit, die Geschichten deiner Ahnen zu ehren und gleichzeitig dein eigenes Kapitel zu schreiben – ein Kapitel, das von Freiheit, Selbstbestimmung und innerer Stärke geprägt ist. Es ist ein Prozess, der dir zeigt, dass du die Macht hast, deine Zukunft aktiv zu gestalten, unabhängig von alten Prägungen.
Der Weg der Transformation ist oft ein gemeinsamer: In Coaching-Gesprächen, in Gruppen oder in Einzelarbeit kannst du mit anderen Menschen in einen Dialog treten, der dir neue Perspektiven eröffnet. Dabei lernst du, dich selbst zu spüren und deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Es ist eine Reise, die dich sowohl mit deiner Familiengeschichte, als auch mit deinem innersten Wesen verbindet. Mit jedem Schritt wirst du dir bewusster, dass du nicht länger ein passiver Empfänger alter Muster bist, sondern der Schöpfer deiner eigenen Geschichte.
Vielleicht entdeckst du dabei auch kreative Seiten an dir, die lange verborgen waren. Alte Verletzungen können sich in Kunst, Musik oder schriftlichen Erzählungen transformieren – als Ausdruck deiner neu gewonnenen Freiheit. Indem du dich erlaubst, dich selbst neu zu entdecken, wirst du zur Mutmacherin für deine Kinder und für andere Frauen, die vorlebt, wie man aus den Fesseln der Vergangenheit ausbrechen kann.
Dein eigener Weg in die Zukunft
Die Auseinandersetzung mit transgenerationalen Mustern ist kein einmaliger Akt, sondern ein fortlaufender Prozess – ein lebenslanger Dialog mit dir selbst und deiner Familiengeschichte. Es bedeutet, immer wieder innezuhalten, zu reflektieren und bewusst Entscheidungen zu treffen, die dich weiterbringen. Auf dieser Reise wirst du lernen, alte Muster zu schätzen, ohne dich von ihnen definieren zu lassen.
Ich erinnere mich, wie „sauer“ ich in diesem Punkt auf meine beiden Großmütter war, die mir nie von diesen Geschwistern erzählten. Heute bin ich dankbar, dass sie wenigstens ein paar Spuren gelegt haben. In ihrem Nachlass habe ich Dokumente, sehr wenige Fotos, Briefe und Postkarten gefunden. Es sind nur Puzzlestücke, die Geschichten bleiben dünn, doch sie sind wieder sichtbar.
Verständnis und im besten Falle Versöhnung sind der Weg. Immer stärker spürst du, wie sich in dir ein Raum öffnet, in dem all die alten Geschichten nicht mehr bestimmen, wer du bist. Du wirst entdecken, dass du die Freiheit hast, neue Wege zu gehen, auch wenn es manchmal Mut und Ausdauer erfordert.
Die Vergangenheit mag dich geprägt haben, aber sie bestimmt nicht deine Zukunft. Du hast die Möglichkeit, die Muster zu transformieren und dich selbst immer wieder neu zu erfinden.
Arbeite mit mir
Transgenerationale Muster sind wie ein alter Fluss, der sich durch deine Familiengeschichte zieht – manchmal ruhig und friedlich, manchmal turbulent und herausfordernd. Doch in jedem Tropfen liegt auch die Chance auf Erneuerung und Transformation. Indem du dich mit deiner Vergangenheit auseinandersetzt und den Mut findest, alte Muster zu hinterfragen, öffnest du den Raum für ein freieres, selbstbestimmtes Leben.
Ich lade dich ein, in der Arbeit mit dem Genogramm deine eigene Geschichte zu erforschen, die alten Fäden zu entwirren und den Weg zu deinem wahren Selbst zu finden. Im Coaching halte ich den Raum, wenn du dir Zeit zur Reflexion nimmst. Ich achte darauf, dass du sicher bist, wenn du den Schatten der Vergangenheit begegnest. Und ich erinnere dich immer wieder an das Licht, das schon heute in dir leuchtet.
Lass uns gemeinsam diesen Weg gehen – Schritt für Schritt, mit Offenheit, Mut und der Überzeugung, dass jede Geschichte, egal wie alt sie auch sein mag, die Chance auf einen neuen Anfang birgt. Denn du hast es verdient, in deiner eigenen Wahrheit zu leben und die Freiheit zu genießen, dein Leben selbst zu gestalten.
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